Der Bulli als immer beliebteres Diebesgut - The Bullishow

Der Bulli als immer beliebteres Diebesgut

Interview: Urlaubshorror Bulli-Diebstahl

Kult-Status hatte er schon immer, unser Lieblingsauto. Doch jetzt mischt er sich unter SUVs von Land Rover, Porsche und Audi wenn es darum geht, welche Autos die Lieblinge der Autodiebe sind.

Wir haben Betroffene interviewt, die Glück im Unglück hatten. Alles war weg, Seitenverkleidungen waren aufgerissen… Zum Glück schafften es die Diebe nicht den VW T4 (Bj. 2004) von Johannes kurzzuschließen. Deswegen ist es uns wichtig für Aufklärung zu sorgen, euch zu warnen. So haben wir auch die Polizei zum Thema befragt, die uns die wichtigsten zu beachtenden Punkten verraten hat, um sich am Besten vor einem Autodiebstahl im Urlaub zu schützen.

Hallo Johannes, vielleicht erzählst du uns zuerst ein Bisschen über deinen T4?!

Unseren T4 Transporter haben wir eigentlich erst Anfang 2016 gekauft. Bis zum Vorfall in Rom haben wir es immer nur als Baustellenauto für den „Kater Noster“ und das Restaurant, das wir bald eröffnen werden, verwendet.
Wir hatten große Reisepläne mit dem VW-Bus. Sobald wir mehr Zeit haben, sagten wir, fahren wir wohin.

Und diesen Sommer war es dann soweit?!

Genau. In der ersten September-Woche sind Frieder, Eva und ich von Innsbruck nach Südtirol zu einem Bike Event gefahren. Danach waren wir klettern in Ligurien und sind dann durch die Toskana nach Rom. Wir wollten bis ganz in den Süden, doch in Rom war „Schluss mit lustig“.

Was genau ist passiert?

In Rom angekommen, wollten wir zuerst essen gehen und danach einen gesicherten Parkplatz suchen. Doch nach dem Essen waren wir in einer Bar, sind ausgegangen und haben schließlich im Bus gepennt. Wir dachten am nächsten Tag der Platz sei sicher, deswegen wir den Bus samt all’ unsere Sachen dort ließen.

Wieso ist euch die Gegend so sicher vorgekommen? Weil in den 24 Stunden nichts passiert ist?

Ja auch, aber vor allem weil da überall Bars und Restaurants waren, sowie viele Menschen auf den Straßen… Vielleicht auch weil es hier in Tirol so sicher ist und wir die Gefahr einfach unterschätzten.

Das passiert vielen, leider. Wie war dann der 2. Tag in Rom?

Tja, nicht so erfreulich. Als wir vom Sightseeing am frühen Abend zurück kamen war der Bus offen und (fast) komplett ausgeräumt. Den Laptop hatte ich extra seitlich hinter dem eingebauten Kühlschrank geschoben, hat nichts gebracht. Die Einbrecher haben die Seitenverkleidungen aufgerissen, sie haben es einfach darauf angelegt, alles mitzunehmen, wahrscheinlich nachdem ihr Versuch den Bus kurzzuschließen gescheitert ist.
Die ganze Elektronik haben sie rausgerissen, deswegen glauben wir, dass wir echt Glück hatten, dass der Bus noch da stand.

Welche Gegenstände nahmen sie noch mit?

Alles! Geschirr, Essen, Campingstühle, Handy, Sonnenbrillen, Klamotten, ja sogar unsere Unterhosen. Wir standen da, nur mit den Klamotten vom Leib und dem aufgebrochenen Bus, der nicht mehr startete.

Oh nein, das ist bitter! Tut mir Leid für euch. Welche Hilfe habt ihr von der Polizei erhalten?

Das war das nächste Theater. Die nächste Polizeistation hatte nicht geöffnet, deswegen mussten wir den Notruf anrufen. Da haben wir zugleich mit 2 Personen – 1 Polizisten und 1 Übersetzer – geredet. Chaos pur. Bei der nächsten besetzten Polizeistation ging alles zügig.

Wie schaut es mit der Versicherung aus? Wahrscheinlich keine Vollkasko, oder?

Nein Vollkasko haben wir nicht, aber da ich meine MasterCard dabei hatte und man durch die auch reiseversichert ist, übernehmen sie zum Glück den materiellen Schaden.

Das heißt, es gibt auch immaterielle Schäden?

Und wie! Eben alles was am Laptop war. Alle Urlaubsfotos, Berichte, der Nachbericht von Bonanza Festival an dem ich ewig getüfftelt habe… Alles weg, 4 Monate Arbeit haben sich mit dem Laptop verabschiedet.

Schrecklich!

Ja voll, zum Glück hatten wir wenigsten noch den Bus und konnten auch mit ihm nach Hause fahren.

Zum Glück, ja! Hannes, Was würdest du unseren Lesern empfehlen, damit ihnen nicht das gleiche passiert?

Auf jeden Fall – egal wie sicher die Gegend auch ausschaut – das Fahrzeug auf einen gesicherten Parkplatz abzustellen. Ich würde auch meinen Laptop nicht mehr drinnen lassen, obwohl es echt nervt, beim Sightseeing alles mitzuschleppen.

Danke für das Interview Hannes. Wir hoffen, dass der Vorfall eure Campinglaune nicht vermiest hat und dass beim nächsten Mal alles glatt läuft.

Damit wir euch auch professionelle Tipps zur Diebstahlsprävention geben können, sind wir gleich nach dem Interview zur Landespolizeidirektion Innsbruck gefahren.
Chefinspektor Hans-Peter Seewald (Leiter der Abteilung Kriminalprävention) war so freundlich, uns etwas von seiner Zeit für ein Interview zu schenken.

Schönen Nachmittag Inspektor Seewald, vielen Dank, dass Sie sich für das Interview so spontan Zeit nehmen. Welche Maßnahmen empfehlen Sie unseren Lesern, damit sie sich vor einem Bulli-Diebstahl schützen können?

Grundsätzlich ist das Auto natürlich eine Schwachstelle, bzw. es ist relativ leicht in ein Auto einzubrechen, oder etwas daraus zu stehlen. Gerade im Ausland ist es dann umso wichtiger darauf zu achten, dass das Auto möglichst nicht aus den Augen gelassen wird, bzw, wenn, dann an Plätzen, die relativ sicher sind. Das heißt, wenn es möglich ist, sollte man das Auto auf einen bewachten Parkplatz stellen und unter Umständen sollte das Fahrzeug auch abgesichert werden, beispielsweise mit einer elektronischen Wegfahrsperre. Einfacher und ebenso effizient ist ein Sperrstock, den man am Lenkrad montieren kann und der für die Täter präventiv abschreckend wirkt.

Ich habe gelesen, dass solche Absperrungen für professionelle Diebe – anscheinend – kein Problem mehr sind. Stimmt das?

Es gibt schon Sperrstöcke, die sehr stabil sind und bei denen das Schloss nicht leicht zu ziehen ist. Es ist eine Frage der Qualität. Ein guter Sperrstock ist sicher etwas, was die Diebe nicht in Kauf nehmen. Sie schauen durch die Bank nach Fahrzeugen, bei denen solche Schutzvorrichtungen nicht vorhanden sind.

Ist also ein sichtbarer Schutz besser, als versteckte Vorrichtungen?

Das sichtbare ist natürlich abschreckend, kann aber auch – wie Sie gesagt haben – wenn es nicht so stabil ist, oder wenn die Täter tatsächlich darauf vorbereitet sind und ein entsprechendes Werkzeug dabei haben, scheitern.
Versteckte Mechanismen gibt es natürlich auch, wie zum Beispiel ein Schalter, der den Stromkreislauf unterbricht und das Auto sich nicht anschalten lässt, oder nach einer gewissen Kilometer-Zahl zum Stehen zwingt.
Solche Sachen sind durchaus effizient und greifen ein, wenn die sichtbaren Maßnahmen versagen.
Man kann es nicht kategorisieren, was besser, oder schlechter ist, doch Tatsache ist, dass ich nach über 30 Jahren bei der Polizei, noch nie – hier zu Lande – von einem Fahrzeugdiebstahl gehört habe, bei dem ein Sperrstock montiert war.
Viel häufiger passiert natürlich der Einbruchdiebstahl, da gilt nur eins: Nichts im Auto zu lassen. Es klingt vielleicht ein bisschen zu leicht gesagt, doch da gibt es folgenden Grundsatz zu befolgen: Ein Auto ist kein Tresor.

Ok, das macht Sinn. Nur, dass unsere Leser VW-Bus Fahrer sind, die auf Campingurlaub fahren. Wie Sie bestimmt wissen, ist es bei einer solchen Reise unmöglich, alles aus dem Auto mitzunehmen. Gibt es noch andere Möglichkeiten, sich vor einem Einbruchdiebstahl zu schützen?

Da gibt es letztlich wahrscheinlich keine wirkliche Sicherheit, in diesem Fall. Camper sollten auf jeden Fall darauf achten, dass Wertgegenstände, wie Geldtasche, samt alle Karten, Pässe, Kameras, Laptops usw. immer mitzunehmen sind.
Natürlich kann man eine Alarmanlage installieren, doch ob diese tatsächlich etwas bringt, ist fraglich. Vielleicht bringt es den Täter dazu, sich nicht soviel Zeit zu nehmen, so kann er weniger Beute ergattern.

Vielen Dank für das Gespräch, Inspektor Seewald.

Zum Glück plagen uns solche Probleme in Tirol nur sehr wenig, da Tirol im Österreichvergleich als eines der sichersten Bundesländer gilt. Die Zahlen sind jedoch steigend.

Als echter Bullianer ist man jedoch unterwegs, ohne Grenzen zu kennen. Damit dies auch reibungslos verläuft, haben wir die hochqualitativen Gangschaltungssperren von Bear Lock für euch auf Lager, die das Schalten im eingelegten Rückwärtsgang (manuelles Getriebe) oder in eingelegter Parkposition (Automatikgetriebe) blockieren, sodass andere Gänge bzw. Wählstufen zum Losfahren nicht eingelegt werden können. Diese werden fest unter/hinter der Mittelkonsole mittels Abreiß-Schrauben bzw. -Muttern an vorhandene Punkte der Karosserie des Bullis (VW T3 bis VW T6) befestigt.

Factbox

Platz 16 der meistgeklauten Autos (2016): VW T4
Platz 47 der meistgeklauten Autos (2016): VW T5/T6

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