Top 5 Wildcamping-Alternativen

Wildcampen Blog

Frei stehen trotz verbotenem Wildcampen

Du willst saftige Strafen für illegales Campen vermeiden? Mit diesen 5 Alternativen zum Wildcampen bist du nicht auf teure Campingplätze angewiesen und kannst deinen Urlaub trotzdem in vollen Zügen genießen.

Wer kennt es nicht – beim Heimweg von einem wunderschönen Badetag sieht man reihenweise Campervans, die sich gerade auf den Planseeparkplätzen für die kommende Nacht vorbereiten. Doch dürfen die das denn? Die Antwort ist NEIN, denn durch das Tiroler Campinggesetz ist das Campen außerhalb von Campingplätzen mit wenigen Ausnahmen verboten. Die Übeltäter müssen mit saftigen Strafen von bis zu € 220,- rechnen. Gerade in einem Sommer wie diesem, in dem ein enormer Camping-Boom Einzug hält, stellt sich aber die Frage: Wohin mit den ganzen neu zugelassenen Campervans, wenn die Campingplätze bis zum Rande gefüllt sind? In diesem Blog zeigen wir euch unsere Alternativen zum Wildcampen, damit ihr legal einzigartige Erinnerungen mit eurem Gefährt(en) sammeln könnt.

Die Top 5 der besten Alternativen zum Wildcampen

 

Da Not bekanntlich ja erfinderisch macht, sind gerade im letzten Jahr viele neue Ideen für Stellplatzvermittlungen außerhalb der Campingplätze entstanden. Allen voran wird dabei meist das „Einladungsprogramm“ von France Passion als Vorbild verwendet und auf andere Länder übertragen. Wir haben uns für euch informiert und stellen euch nun die top fünf Camping-Konzepte vor.

1. Schau aufs Land: digital verfügbar und immer up-to-date

Der digitale Stellplatzführer ermöglicht dir durch ganz Österreich zu reisen und dabei nachhaltige Landwirtschaft kennenzulernen. Egal ob mit dem Campingbus, Wohnwagen, Wohnmobil oder nur einem Zelt – Schau aufs Land bietet zahlreiche idyllische Stellplätze bei naturnahen Bauernhöfen, Weingütern und Manufakturen an. Gastgeber stellen die Plätze dabei unentgeltlich auf ihrem Gelände zur Verfügung. Du kannst dich jedoch immer gerne mit einem Einkauf ab Hof bei den Gastgebern bedanken.

Wie funktioniert das Konzept genau? Schau aufs Land ist keine Buchungsplattform. Du kannst also weder eine verbindliche Buchung noch eine Reservierung durchführen. Das Konzept beruht stattdessen auf der Beziehung von Gast und Gastgeber. Hol dir einfach eine Mitgliedschaft und suche dir deinen Wunschbetrieb auf der Plattform aus. Für einen gelungenen Aufenthalt solltest du ein bis zwei Tage vor Anreise Kontakt aufnehmen. Bei Ankunft stellst du dich freundlich bei deinen Gastgebern vor und zeigst deinen Mitgliedsausweis. Danach steht deinem kostenlosen 24-Stunden-Stellplatz nichts mehr im Wege.

Was kostet eine Jahresmitgliedschaft? Um € 34,90,- kannst du derzeit deine Mitgliedschaft erwerben (Stand: Jänner 2021). Damit hast du Zugriff auf die Web-Plattform mit vielen Features. Diese kann sowohl mit dem Smartphone als auch mit dem Computer verwendet werden. Je Campingmobil ist eine Mitgliedschaft für die Nutzung erforderlich.

Unsere Freunde von Enjoy the Smile haben Karin, Christian und Leon von Schau aufs Land persönlich kennengelernt und ihr Konzept verständlich in einem Video zusammengefasst – unsere Nummer 1!

2. Landvergnügen: große Gastgeberauswahl, jährliche Buchausgabe

Unsere Nummer 2 belegt die deutsche Form der France Passion – das Landvergnügen. Mit dem gebundenen Stellplatzführer bekommst du eine Mitgliedsvignette und einen App-Zugang, damit die Informationen unterwegs auch online schnell verfügbar sind. Und diese gibt es reichlich, denn es kann ein Netzwerk mit über 1.000 idyllischen Reisezielen in ganz Deutschland entdeckt werden. Gründer und Geschäftsführer Ole Schnack verbindet in seinem jährlich neu erscheinenden Stellplatzführer „die Lust auf gute Nahrungsmittel mit der Chance eine Nacht kostenfrei stehen zu können – und das ist doch eine tolle Sache“. Landvergnügen ist Mitglied der Organisation FEFI „Fédération Européenne de la Formule Invitations“. Somit kann ganz nach dem Vorbild der France Passion jeweils für 24 Stunden kostenfrei in ruhiger Atmosphäre gecampt werden.

Wie funktioniert das Konzept genau? Durch den Buchkauf wirst du automatisch Mitglied beim Landvergnügen und bekommst eine praktische Mitgliedskarte sowie eine Vignette für die Windschutzscheibe. Diese signalisiert, dass du berechtigt bist, um einen Stellplatz bei den Gastgebern anzufragen. Egal ob in der App oder im Buch – du kannst dir den gewünschten Hof einfach aussuchen. Daraufhin musst du die Anreise 24 Stunden vor der Ankunft telefonisch vereinbaren. Die Gastgeber lassen dich auch hier eine Nacht kostenfrei campen – du musst dich nur höflich mit deinem Mitgliedsausweis bei ihnen vorstellen.

Was kostet eine Jahresmitgliedschaft? Die Kosten für den Stellplatzführer belaufen sich derzeit ebenfalls auf €34,90,- (Stand: Jänner 2021) jedoch sind Steuern und Versand exkludiert. Dabei erhältst du ein Landvergnügen Buch, Vignette sowie Mitgliedskarte und einen App-Zugang. Die Landvergnügen-Jahresvignette ist personen- und fahrzeuggebunden und kann nicht übertragen werden.

3. BAUERNLEBEN: gesetzeskonform, jährliche Buchausgabe

Gerade beim Campen außerhalb von Campingplätzen müssen in Österreich gesetzliche Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes eingehalten werden – meist aus Naturschutzgründen. Wildcampen wird also besonders streng geahndet. Das Konzept der France Passion kann aber dennoch auch hier angewendet werden. Und das macht BAUERNLEBEN mit seinem Stellplatzführer für autarke Camper auch. Genau wie Landvergnügen ist BAUERNLEBEN ein FEFI-Mitglied und hat deshalb dasselbe Angebot. Der Unterschied ist, dass sich das Netzwerk mit ca. 300 Bauernhöfen in Österreich befindet und nicht in Deutschland. Zudem können pro Hof drei Stellplätze mit einer Kundenkarte belegt werden. Hinweis: Tirol hat eine besonders strenge Gesetzeslage, weshalb weder bei Schau aufs Land noch bei BAUERNLEBEN eine große Auswahl besteht.

Was kostet eine Jahresmitgliedschaft? Das Buch kann für € 33,- (Stand: Jänner 2021) bestellt werden, jedoch sind noch keine Versandkosten enthalten. Auch gibt es keine zugehörige App, sondern nur eine Kundenkarte mit der du dich bei deinen Gastgebern vorstellen kannst.

4. Pop-Up Camps: temporäre Campingflächen, viel Platz

Pop-Up Camps ist eines der neuesten Konzepte, die sich auf dem deutschen Markt befinden, und ist aus der Not entstanden. Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie, vor allem bei Reisen, entschieden sich 2020 mehr Menschen für einen Urlaub im eigenen Land. Die Folge war ein akuter Platzmangel auf den Campingplätzen, denn es gab mehr urlaubsreife Camper als Stellplätze. Und so haben sich die Gründer von Pop-Up Camps ans Werk gemacht, ungenutzte Flächen als Stellplätze anzufragen. Egal ob Festivalgelände, stillstehendes Bau-Areal oder andere weitläufige Grundstücke – mit dieser Idee konnte vielen Urlaubern das Wildcampen erspart bleiben.

Wie funktioniert das Konzept genau? Nach deiner Registrierung auf der Online-Plattform kannst du ganz einfach über die Suchfunktion das passende Pop-Up Camp finden. Lies dir die Regeln von deinem Gastgeber genau durch, denn diese variieren. Grundsätzlich gilt aber, dass ein Platz einem Fahrzeug oder Zelt mit maximal fünf Personen entspricht. Bezahlt werden kann mit PayPal oder Kreditkarte. Danach wird innerhalb von 24 Stunden deine Buchungsanfrage bestätigt oder abgelehnt. Du findest diese in deinem Account unter „Deine Camping Trips“,  alles Weitere erfährst du dann von deinen Gastgebern.

Was kostet mich eine Buchung? Die Preise der einzelnen Gastgeber sind unterschiedlich, jedoch bleiben sie überschaubar. Eine Nacht auf dem Festivalgelände von A Summers Tale kostete 2020 beispielsweise € 29,- mit Strom- und Wasserversorgung, sanitären Anlagen und WIFI.

5. MyCabin: sanfter Tourismus, individuelle Erlebnisse

MyCabin wurde erst vor kurzem als Start-Up ins Leben gerufen und hat sich dem sanften Tourismus verschrieben. Auch hier teilen Gastgeber ihre wundervollen Naturplätze zum Übernachten für Reisende. MyCabin nimmt aber nicht nur Campervans und Zelte auf, sondern bietet mit Übernachtungen in Hütten und Scheunen auch Rucksackreisenden ein warmes Zuhause an. Die Gründer sind passionierte Bergfreunde vom Bodensee, weshalb der Alpen-Fokus entstanden ist. 2020 hat MyCabin bereits 1200 Übernachtungen realisiert, 2021 soll das Angebot an Übernachtungsplätzen noch erweitert und eine App angeboten werden. Nachdem die Pilotphase nun abgeschlossen ist, wird im Frühjahr 2021 die neue Webseite veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt werden wieder Buchungen möglich sein – wir sind gespannt!

Park4Night: Bonus-Alternative

Wenn du nicht klassisch auf dem Campingplatz übernachten möchtest, aber die Gefahren des Wildcampens ein wenig einschränken willst, dann ist die App Park4Night genau das Richtige für dich. Der User kann ganz einfach Stellplätze mit anderen teilen, indem er sie in der App einträgt. Davon profitiert am Ende das gesamte App-Netzwerk und so sind öffentliche Stell- und Campingplätze, aber auch unbekannte Flächen vertreten. Aber Achtung: Die Einträge werden nicht auf ihre Legalität überprüft. Das heißt, dass nicht immer klar ist, ob man legal dort stehen darf und sich unbewusst mit Wildcampen strafbar macht. Deshalb ist Park4Night bei uns nur als Bonusmaterial in unserem Ranking.

Wie funktioniert das Konzept genau? Lade die App herunter und suche nach deinem Wunschort, an dem du ein paar nette Stunden verbringen willst.  Lasse dich über Google-Maps oder Ähnliches bis zur Zieladresse bringen und teile deine Eindrücke bei Ankunft mit der Community.

Was kostet mich die App? Die App gibt es als kostenlose und als Pro-Version. Bei der kostenpflichtigen Variante erhältst du keine Werbung und hast Zusatzfunktionalitäten wie „Auf der Strecke suchen“, „Kontaktaufnahme“, „Multi-Support“ oder „Offline-Nutzung nach Download“. Die Pro-Version kostet (Stand: Jänner 2021) jährlich € 9,99 oder monatlich € 1,99.